Obligatorische Krankenversicherung: Gespärche am Runden Tisch fortgeführt
Medienmitteilung BAG, 25.05.2009
Vertreter der Kantone und der grössten Krankenversicherer sind auf Einladung des Bundesam-tes für Gesundheit (BAG) heute erneut in Bern zu Gesprächen am Runden Tisch zusammenge-kommen. Das BAG orientierte dabei über die Entwicklung der finanziellen Situation der Krankenversicherer und nahm einen Ausblick auf die kommende Prämienrunde vor: Das BAG geht von einer deutlich höheren Prämiensteigerung auf 2010 aus, erwartet aber grosse Unter-schiede zwischen den Kantonen.
Nachdem die Reservesituation der Krankenversicherer im Jahr 2007 sehr gut ausgesehen hat, zeichnet sich heute immer stärker eine Verschlechterung der Lage ab. Die Versicherer schätzten die Kostensteigerung für 2008 und 2009 zu gering ein und setzten dementsprechend tiefe Prämien an. Zusätzlich belastet die Finanzkrise die finanzielle Situation der Versicherer. Dies führt dazu, dass gemäss Schätzungen die Reservequote der Krankenversicherer Ende 2009 auf rund 8,7 % sinken wird. Damit wird die Mindestreservequote von 11,5 % Ende 2009 unterschritten.
Das BAG hat daher im Rahmen der Diskussion am Runden Tisch aufgezeigt, wie sich verschiedene durchschnittliche Prämienerhöhungen auf die Reservequote Ende 2010 auswirken würden: Um die Reservequote auf Ende 2010 leicht zu erhöhen sind Prämienerhöhungen von durchschnittlich 15 % erforderlich. Es handelt sich dabei um schweizerische Durchschnittswerte.
Nach wie vor bestehen heute grosse Unterschiede in den kantonalen Reservequoten. Das BAG ist bestrebt, die Angleichung dieser Reservequoten weiterzuführen. Dies bedingt, dass sich die durchschnittlichen Prämienerhöhungen pro Kanton für 2010 in einer Bandbreite von rund 3 % bis 20 % bewegen. Das BAG hat die Kantone anhand der bisherigen Entwicklung der Prämien und Leistungen und der Erwartungen an das Jahr 2009 in fünf Gruppen zusammengefasst. Diese fünf Gruppen setzen sich wie folgt zusammen:
- Gruppe 1: Kantone mit stark unterdurchschnittlicher Prämienerhöhung: NE, TI.
- Gruppe 2: Kantone mit unterdurchschnittlicher Prämienerhöhung: BS, GE, JU, TG, VD, ZH.
- Gruppe 3: Kantone mit durchschnittlicher Prämienerhöhung: AG, BL, FR, SG, SH, VS.
- Gruppe 4: Kantone mit überdurchschnittlicher Prämienerhöhung: AI, GR, LU, NW, SO, SZ, ZG.
- Gruppe 5, Kantone mit stark überdurchschnittlicher Prämienerhöhung: AR, BE, GL, OW, UR.
Bei den erwähnten Werten handelt es sich um kantonale Durchschnittswerte. Auf Ebene der einzelnen Versicherer wird es noch einmal grosse Differenzen geben in der Prämienerhöhung auf 2010.
An der in Bern durchgeführten Diskussionsrunde nahmen verschiedene Regierungsräte und der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Regierungsrat Pierre-Yves Maillard, teil. Von Seiten der Krankenversicherer waren die CEOs anwesend, ebenfalls vertreten war santésuisse, der Branchenverband der Krankenversicherer.
